Hauptsache teuer!
Thorstein Veblen: »Der demonstrative Konsum«
 


Andreas Wolfsbauer
31/12/2010 3:39am

Mein sehr persönlicher Kommentar: Dieser Text brachte mir neben allen Spuren, Denkanstößen und Erkenntnissen größtes Vergnügen bei der Lektüre. Aus meiner Sicht ein wunderbarer Text, welcher eine sehr empfehlenswerte Bereicherung darstellt. Der Autor beschreibt und schließt distanziert und nahe gleichzeitig. Das macht den Text sachlich und leidenschaftlich, allgemein und konkret gleichermassen. Die Aussagen besitzen aus meiner Sicht eine große inhaltliche und historische Reichweite. Der Text findet sich zurecht in "Sternstunden d. S.", ich empfehle dessen Lektüre.
Beste Grüße
Andreas Wolfsbauer

Reply
jean-paul
03/01/2011 4:53am

Bei diesem Text handelt es sich meiner Ansicht nach um ein Schauspiel der Dekadenz: Um eine Fremdzuschreibung zu erreichen, wird der finanzielle Reichtum zur Schau gesetellt, eine finanzielle Stärke.
Es handelt sich desweiteren um Prestige, das dadurch dargestellt wird, den Besitz zur Schau zu stellen.
Könnte hier nicht auch der Modeaufsatz von Simmel angetragen werden, der ebenfalls einen Punkt der sozialen Position widmet. Simmel nennt hier die Tickle-down-Theorie, die meiner Ansicht nach demselben Prinzip unterliegt: Durch Besitz schaffe ich einen Unterschied. Die Tatsache, von den unteren Ränge imitiert zu werden, schafft neuen Bedarf nach einen Unterschied, der widerrum soziale Ungleichheit als Resultat fordert?

Reply
christian_von_scheve
05/01/2011 6:00am

@jean-paul:
Ja, der "trickle-down" Effekt wird auch bei der Interpretation von Veblen angeführt, mitunter auch als Kritik an ihm formuliert, da Veblen nämlich "trickle-up" Effekte weitgehend außer Acht lässt. Insofern handelt es sich durchaus um vergleichbare Phänomene bei Veblen und der Mode, jedoch mit etwas unterschiedlichem Fokus.

Reply
WernerS
11/01/2011 4:27am

Es muss nicht unbedingt nur der Konsum sein. Auch zur Schau getragenes Wissen würde ich hier einreihen. Eine zB im sog. Bildungsbürgertum gerne genutzte Form, Prestige nicht durch Reichtum, sondern durch Präsentation von Wissen (welches dann gerne mit Bildung gleichgesetzt wird) zu erreichen.

Reply
Paula
11/02/2011 8:00am

Kann ich bei zu Schau getragenem Wissen, noch vom Veblen-Effekt sprechen (hier ist doch die Prämisse, dass etwas um Prestige zu bringen nicht notwendig sein darf). Nun ja ich könnte argumentieren, dass man auch nur ein Minimum an Wissen braucht, ist dies im Sinne Veblens?

Reply
16/10/2013 9:17pm

Great info, thank you.

Reply



Leave a Reply.